Laudatio

Mein Prinz, mein schönster, nun bist du tot.
Mein freundlicher Tröster entrann seiner Not.
Der Abschied war schwer, ich habe geweint.
Der Mensch liebt sehr, was ihm edel erscheint.

Deinen Blick zu erfahren aus spiegelnden Seen,
dein sanftes Gebaren wie Tanz von Feen,
die Weisheit deiner Seele, dein feines Gesicht
beglückten mein Herz und machten es licht.

So schlank und so leicht war deine Gestalt,
es bleibt unerreicht, und nie wieder erschallt
deiner klugen Stimme verständiger Ton,
dein sanftes Buhlen um zärtlichen Lohn.

Und doch, wenn es galt zu trotzen dem Feind,
warn Stolz und Gewalt zum Guten vereint.
Du gingst so mutig, so bestimmt ins Duell.
War der Kampf auch blutig – du siegtest schnell.

Obschon du nun fort bist und ärmer mein Leben,
ob klanglos das Wort ist und in mir ein Beben,
es strahlt im Herzen ein wärmendes Licht:
Deine Liebe blieb bei mir, ganz gingst du nicht.

So geh denn in Frieden den Weg zu den Sternen
Und grüß mir die lieben, die anderen Fernen.
So fern ihr auch weilt, sei es laut oder still
Ihr alle seid bei mir, wann immer ich will.

© Anna Kühne