Kupula

Lichter hab ich gesandt,
den Fluß hinab, den gezähmten,
Wünsche hab ich gewünscht,
denn es dämmerte des Jahres
kürzeste Nacht.

Still trank das Wasser des Abends rote Neige
und ersehnte der Feuerflöße segnende Kraft.

Ich trat ans Ufer, grüßte die Weise,
setzte leuchtende Augen ihr ins gütige Gesicht,

und die Wellen wiegten die einfache Gabe
wie Ammen ein wiedergefundenes Kind.

Lichter hab ich gesandt,
den Fluß hinab, den gezähmten,
Wünsche hab ich gewünscht,
denn es dämmerte des Jahres
kürzeste Nacht.

Kupulo, Kupulo, staruszko czcigodno,
niech woda je blogoslawiona,
na zawsze je blogoslawiona!*

*Kupula, Kupula, du ehrwürdiges Mütterchen,
gesegnet sei das Wasser,
gesegnet immerdar.

© Anna Kühne