Kindheit

Die Welt ist mir nicht wohlgesinnt,
kaum einer nimmt mich wahr.
Die Eltern, denen ich das Kind,
sind eher fern als nah.

Ich biege und ich winde mich,
um endlich zu gefallen,
und bin dabei so unglücklich,
die traurigste Schöne von allen.

Da rette ich mich ins Märchenland,
wo all die Verkannten stets siegen,
ich hole der Zuversicht goldenen Sand
und lerne heimlich fliegen.

Nun mag die Welt ruhig grausam sein,
ich will es schweigend ertragen.
Am Ende wird der Prinz ja mein – was hab ich da Grund zu klagen?

© Anna Kühne