Schluderluder

Manches Mal wohl mancher stöhnt,
weil ich an Ordnung kaum gewöhnt.
Klar, räum’ ich immer auch mal auf.
Doch nimmt der Alltag seinen Lauf,

vergeß ich oft vernünft’gen Plan,
weil ich zurück nicht halten kann
schwellender Gedankenfülle
drängende Quelle in jener Idylle,

die mein rastloses Hirn Ideen stets bietet.
Ach, wenn ihr doch zu Segen gerietet,
ihr wild geflocht’nen Gedankenfäden,
gesponnen bei halb geschlossenen Läden,

erkauft mit schludriger Nachlässigkeit
und – nicht erst einmal – später bereut!
Ich spring wie ein Floh durch Zeit und Raum,
verweil hier wenig, folg jenem Traum,

dieweil mein Körper unbewacht wandelt
und allenfalls mechanisch handelt.
Da mischen sich dann auch im “echten” Leben
Orte und Zeiten, die fest vorgegeben

in Form von Terminen und Notwendigkeiten.
Daß solche Manieren Probleme bereiten,
ergibt sich von selbst, denn eines ist klar:
Auch wenn mein Geist verhindert war,

weil allzu verzückt in der Ferne weilend
und so alles mögliche verpeilend,
bin ich doch im Wesentlichen ein Teil
der hiesigen Welt, liegt somit mein Heil

in Ordnung und Planung,
in Wachheit und Wahrung
angebrachter Aufmerksamkeit.
Ich seh’ es ja ein, und mit der Zeit

erreiche dereinst ganz sicher ich
ein gesünderes Maß an Übersicht.
Nun aber schnell zurück nach innen,
um derlei Einsichten mehr zu gewinnen!

© Anna Kühne